Monitor- und Display-Tests

Bei einem neuen Monitor läuft eine Uhr mit: Die Rückgabefrist ist der einzige Zeitraum, in dem ein defektes Panel nicht dein Problem ist. Fang deshalb mit den Fehlern an, die du nicht beheben kannst. Ein Pixelfehler-Test im Vollbild, der nacheinander einfarbige Flächen durchschaltet, entlarvt Subpixel, die dauerhaft leuchten oder tot bleiben; der Backlight-Bleeding-Test und der Test auf gleichmäßige Ausleuchtung zeigen Licht, das an den Ecken austritt, und die fleckigen Stellen, die ein Panel auf einer grauen Fläche offenbart. Mach alle drei in einem völlig dunklen Raum und erst, wenn der Monitor zehn bis fünfzehn Minuten gelaufen ist, denn auf einem kalten Panel sieht Lichtaustritt anders aus. Fotografiere alles, was du findest: Dieses Foto ist dein Beweis gegenüber dem Verkäufer.

Ist das Panel sauber, beginnt das Feintuning – und genau hier steckt ein echter Wettbewerbsvorteil. Gamma, Schwarzwert, Helligkeit und Kontrast entscheiden, wie viele Details du in den dunklen Ecken eines Spiels erkennst: der Unterschied zwischen einer geduckten Silhouette im unbeleuchteten Gang und dem Schuss, den du selbst zuerst setzt. Stell diese Werte in dem Umgebungslicht ein, in dem du wirklich spielst, nicht im Dunkeln, und zwar in dieser Reihenfolge: erst Gamma, dann Schwarzwert und Helligkeit, zum Schluss Kontrast und Farben. Der Burn-in-Test gehört in deine regelmäßige Routine, wenn du einen OLED besitzt. Behalte eine Grenze im Kopf: Das alles sind visuelle Wahrnehmungstests, die du mit deinen eigenen Augen durchführst. Sie decken Defekte hervorragend auf und bringen ein Display vernünftig eingestellt ans Ziel, ersetzen aber kein Colorimeter, wenn du absolute Messwerte oder eine Kalibrierung für professionelle Farbarbeit brauchst.

In welcher Reihenfolge du diese Tests machst

Hier bestimmt die Rückgabefrist die Reihenfolge, nicht die Bequemlichkeit. Garantierelevante Mängel erkennst du in Minuten und sie haben eine Deadline; die Kalibrierung läuft dir nicht weg. Prüf zuerst, was zur Rücksendung führen könnte, und heb dir die Feineinstellung für danach auf.

  1. 01 Licht aus und warten Mach das in einem dunklen Raum und gib deinen Augen zwei Minuten zur Anpassung. Bei Umgebungslicht siehst du weder Backlight Bleed noch die echten Unterschiede im Schwarzwert.
  2. 02 Tote Pixel und Bleed Fang mit dem an, was die Garantie abdeckt und was eine Rückgabefrist hat. Kommt das Panel mit toten Pixeln oder starkem Bleed, willst du das im Rückgabefenster wissen, nicht einen Monat später.
  3. 03 Gleichmäßigkeit und Schwarzwert Weiter geht es mit der Panel-Gleichmäßigkeit und Vollbild-Schwarz. Hier siehst du, ob die Helligkeit zu den Rändern abfällt und wie sich das Panel in dunklen Spielszenen schlägt.
  4. 04 Gamma, Helligkeit, Kontrast Zum Schluss kalibrierst du. Stell Gamma, Helligkeit und Kontrast an den Graustufen-Testbildern ein, bis du jede Stufe unterscheidest, ohne Schatten zuzudrücken oder Lichter auszubrennen.

Was akzeptabel ist und was nicht

Jeder Hersteller hat seine eigene Pixelrichtlinie, prüf deine also vor einer Reklamation. Diese Tabelle gibt dir den allgemeinen Maßstab, um einen echten Defekt vom normalen Verhalten eines Panels zu unterscheiden.

TestWas akzeptabel istWann du den Monitor zurückschickst
Tote Pixel0-1 je nach HerstellerMehrere, oder ein einzelnes mitten im Bild
Backlight BleedLeicht in den EckenFlecken, die bei normalem Inhalt sichtbar sind, nicht nur bei reinem Schwarz
IPS GlowNormal, kein DefektFast nie: Er ändert sich mit dem Blickwinkel, genau das trennt ihn vom Bleed
GleichmäßigkeitLeichte AbweichungBereiche mit Farbstich oder deutlichem Helligkeitsabfall
Burn-in0 bei neuem PanelJedes dauerhafte Nachleuchten bei einem frisch gekauften Monitor

Häufige Fragen

In welcher Reihenfolge sollte ich die Tests machen?

Zuerst die Fabrikfehler, denn nur die rechtfertigen eine Rückgabe: Pixelfehler, Backlight Bleeding und Ausleuchtung. Danach das Feintuning: Gamma, Schwarzwert, Helligkeit, Kontrast und Farben. Wer zuerst einstellt und dann prüft, darf einfach noch einmal einstellen.

Von welchen Lichtverhältnissen hängen die Ergebnisse ab?

Backlight Bleeding, Ausleuchtung und Schwarzwert brauchen einen völlig dunklen Raum, weil jede Spiegelung genau den Fehler verdeckt, den du suchst. Gamma, Helligkeit und Kontrast beurteilst du im gewohnten Umgebungslicht. In jedem Fall sollte der Monitor vorher rund fünfzehn Minuten warmlaufen.

Ersetzen diese Tests eine Kalibrierung mit Colorimeter?

Nein. Es sind visuelle Wahrnehmungstests, sie hängen also von deinen Augen, deinem Raumlicht und deinem Browser ab. Sie finden Defekte und stellen einen Monitor vernünftig ein, aber absolute Farbmesswerte, Delta-E-Werte oder ICC-Profile brauchen ein Messgerät.

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