Bildschirm-Farbtest
Primär- und Sekundärfarben im Vollbild plus weiche Verläufe, die Banding, Farbstiche und defekte Pixel offenlegen.
Ein Monitor kann die meisten Inhalte darstellen, ohne dass etwas falsch aussieht, und in bestimmten Situationen trotzdem versagen: ein Himmelsverlauf, der in Streifen zerfällt, ein Weiß, das ins Blaue kippt, oder ein Punkt, der rot bleibt, egal was auf dem Bildschirm passiert. Dieser Test geht Primär- und Sekundärfarben im Vollbild sowie eine Reihe weicher Verläufe durch und stellt jeden dieser Fehler auf eine große gleichmäßige Fläche, auf der er sich nicht verstecken kann.
Eine Vollfarbe im Vollbild ist der schnellste Weg, Probleme zu finden. Auf reinem Rot springt jeder Pixel sofort ins Auge, der diesen Subpixel nicht zündet; auf einem grauen Verlauf wird das Banding offensichtlich, das normale Bilder mit Textur kaschieren; und auf weißem Vollbild zeigt sich der dominante Farbstich, sobald du ihn im Kopf mit einem Blatt Papier vergleichst. Die komplette Sequenz läuft im Browser und braucht keine Installation.
So nutzt du den Farbtest
Öffne den Test im Vollbild, wisch das Panel vorher ab, damit ein Staubkorn nicht für einen toten Pixel gehalten wird, und dunkle den Raum ab. Geh jede Vollfarbe durch und scanne sie von Ecke zu Ecke nach Punkten, die nicht dazugehören: Ein schwarzer Punkt auf rotem Feld bedeutet einen Subpixel, der nie leuchtet, ein farbiger Punkt auf schwarzem Feld einen, der nie abschaltet. Wechsle dann zu den Verläufen und prüf, ob der Übergang durchgehend bleibt oder in sichtbare Stufen zerfällt. Schau aus der Nähe und aus normalem Abstand, denn manches Banding zeigt sich nur bei bestimmten Betrachtungsabständen. Behalte die Grenzen im Kopf: Ein Browser kann weder Farbraum noch Farbgenauigkeit messen, das hier findet also offensichtliche Fehler, statt sRGB-Abdeckung oder Delta E zu zertifizieren. Das Bild läuft außerdem durch Grafikkarte, Betriebssystem und Browser, ein falsch angewendetes Farbprofil kann also verändern, was du siehst, ohne dass der Monitor schuld ist.
Farbabdeckung und was sie bedeutet
Abdeckungswerte beschreiben, wie viel eines Farbraums ein Panel wiedergeben kann. Nutze sie, um das zu deuten, was du auf dem Bildschirm siehst, und denk daran, dass dieses Tool den Farbraum deines Monitors nicht misst.
| Farbabdeckung | Was das bedeutet | Für wen |
|---|---|---|
| sRGB 100% | Gibt den Standardfarbraum des Webs und der meisten Spiele vollständig wieder | Ein sinnvolles Ziel für jeden; das ist heute das Minimum, das man anpeilen sollte. |
| sRGB 95–99% | Deckt fast den ganzen Farbraum ab, mit leichten Verlusten in gesättigten Tönen | Für Gaming und Alltag ohne Farbarbeit vollkommen in Ordnung. |
| sRGB 90–94% | Etwas blasse Grüntöne und kräftige Rottöne | Bei Budget-Monitoren akzeptabel, zu wenig, wenn du Fotos oder Videos bearbeitest. |
| DCI-P3 90%+ | Erweiterter Farbraum mit stärker gesättigten Rot- und Grüntönen als sRGB | Lohnt sich für HDR, Film und alle, die kräftige Bilder in Spielen wollen. |
| Adobe RGB 90%+ | Großer Farbraum für Druck und professionelle Workflows | Nur bei farbmanagementgestützter Arbeit sinnvoll; fürs Gaming bringt er wenig. |
Warum Banding und Farbstiche entstehen
Banding ist eine sichtbare Stufe in einem Bereich, der einen weichen Übergang zeigen sollte. Es entsteht, wenn dem Panel genügend Zwischenstufen fehlen, um den Verlauf darzustellen, und es mehrere Töne auf denselben Wert legt, sodass du statt einer durchgehenden Rampe Streifen mit harten Kanten bekommst. Am häufigsten zeigt es sich in Himmel, Rauch, abgestuften Schatten und Blenden nach Schwarz, also überall dort, wo keine Textur den Sprung kaschiert.
Die häufigste Ursache sind 6-Bit-Panels mit Dithering, die die fehlenden Töne erzeugen, indem sie schnell zwischen zwei benachbarten Werten wechseln, sodass das Auge einen Mittelwert wahrnimmt. Der Trick funktioniert bei den meisten Bildern erstaunlich gut, aber auf einem breiten, sauberen Verlauf erkennt das Auge das Muster und die Streifen treten hervor. Auch die Kompression der Inhalte, ein Kabel oder Videomodus mit reduziertem Chroma-Subsampling und einige der Bildverbesserungsfilter des Monitors tragen dazu bei.
Farbstiche sind eine andere Sache. Es lohnt sich, Farbraum und Genauigkeit zu trennen: Der Farbraum beschreibt, wie viele unterschiedliche Farben ein Panel erreichen kann, die Genauigkeit dagegen, ob die gezeigte Farbe der angeforderten entspricht. Ein Monitor kann einen riesigen Farbraum haben und trotzdem grünstichig aussehen, weil seine Kanäle unausgeglichen sind. Wenn du auf weißem Vollbild einen deutlichen Stich siehst, lässt er sich meist über die RGB-Einstellungen im Monitormenü beheben, indem du den dominanten Kanal absenkst statt die anderen beiden anzuheben.
Tipps zum Lesen des Tests
- Reinige zuerst den Bildschirm, denn die meisten vermeintlich toten Pixel entpuppen sich als Staub.
- Prüfe jede Vollfarbe aus der Nähe und dann aus normalem Abstand, denn kleine Defekte sind je nach Entfernung unterschiedlich sichtbar.
- Korrigiere Farbstiche in den RGB-Einstellungen des Monitors, indem du den dominanten Kanal absenkst, nie indem du die anderen beiden aufreißt.
- Schalte Blaulichtfilter und Nachtmodi des Systems ab, bevor du einen Farbstich beurteilst.
- Prüfe, ob der Farbbereich des Videoausgangs zu dem passt, was der Monitor erwartet, um künstliches Banding zu vermeiden.
- Teste bei merkwürdigem Banding mit einem anderen Kabel oder Anschluss erneut, denn manchmal liegt es an der Verbindung.
Häufige Fragen
Was ist Banding und warum sehe ich es in Verläufen?
Banding ist das Auftreten sichtbarer Streifen dort, wo ein weicher Übergang zwischen zwei Tönen sein sollte. Es entsteht, wenn dem Panel genügend Zwischenstufen fehlen und es mehrere Töne auf denselben Wert legt. Besonders häufig ist es bei 6-Bit-Panels mit Dithering, die die fehlenden Töne durch Wechsel zwischen benachbarten Werten simulieren, ein Trick, den das Auge auf breiten, sauberen Verläufen durchschaut.
Misst dieser Test die Farbabdeckung meines Monitors?
Nein. Keine Webseite kann Farbraum oder Farbgenauigkeit eines Panels messen, denn dafür braucht es ein Messgerät, das das abgegebene Licht physisch erfasst. Der Test ist dafür da, offensichtliche Fehler wie Banding, Farbstiche und hängende Pixel sichtbar zu machen. Die Abdeckungswerte in der Tabelle sind Referenzen zum Einordnen, kein Ergebnis von deinem Bildschirm.
Wie unterscheide ich einen toten von einem hängenden Pixel?
Ein toter Pixel bleibt dauerhaft schwarz und fällt deshalb vor farbigen Hintergründen auf, während ein hängender Pixel in einer festen Farbe leuchtet und vor Schwarz auffällt. Geh die Vollfarben eine nach der anderen durch und merk dir die Position des Punktes bei jeder: Verschwindet er auf einem Hintergrund, siehst du einen einzelnen Subpixel und nicht den ganzen Pixel.
Warum wirkt mein Bildschirm bläulich oder gelblich?
Fast immer liegt es am Weißabgleich des Monitors oder an einem aktiven Blaulichtfilter im System. Schalte zuerst Nachtmodi und automatische Bildprofile ab, und wenn der Stich bleibt, passe die RGB-Werte im Monitormenü an, indem du den dominierenden Kanal absenkst. Tritt der Stich nur mit einem bestimmten Kabel auf, tausch es testweise.
Brauche ich fürs Gaming einen Monitor mit erweitertem Farbraum?
Nein. Die meisten Spiele werden für sRGB erstellt, ein Panel, das diesen Farbraum vollständig abdeckt, zeigt Farben also genau wie beabsichtigt. Ein erweiterter Farbraum wie DCI-P3 liefert lebendigere Szenen und hilft bei HDR, kann sRGB-Inhalte aber übersättigen, wenn dem Monitor ein guter Emulationsmodus fehlt.